Herzlich Willkommen im Club eine Rabenmutter zu sein

RabenmutterAuf Birgits fantastischem Blog Muttis Nähkästchen findet derzeit eine Blogparade unter der Überschrift „Outing der anonymen Rabenmütter“ statt. Das trifft sich doch sehr gut, denn ich muss gestehen, dass ich mich auch dafür qualifiziert habe, eine Rabenmutter zu sein.

Wie ich das geschafft habe, lest selbst:

  1. Ich nehme meine Tochter hoch, wenn sie weint und überlasse sie nicht sich selbst. Oh mein Gott, dafür habe ich aber schon gaaanz böse Blicke geerntet. Schließlich hätte man uns früher auch liegen gelassen und aus uns wäre doch auch was geworden.

  2. Meine Maus schläft immer nach dem Stillen in den frühen Morgenstunden in unserem Bett. Tut mir sehr leid, aber in dieser Beziehung bin ich einfach auch ein Stück weit egoistisch. Wieso muss ich um 6 Uhr in der Früh aufstehen, um ihr dann nach dem Stillen beim Schlafen zuzusehen? Also drehen wir uns einfach noch mal um und holen uns noch eine Mütze Schlaf und kuscheln noch ein wenig.

  3. „Du musst gucken, dass du deinem Kind unbedingt Tee anbietest.“ Ja, mache ich, und sie findet ihn blöd, macht sich steif wie ein Brett und schreit sich die Seele aus dem Leib. Ich versuche es regelmäßig wieder, aber wenns nicht ist, ist es halt nicht. Ich prügel ihr den Tee sicher nicht rein.

  4. Wie dein Kind nimmt keinen Schnuller? Der ist doch aber überaus wichtig, zum ruhig stellen, oder etwa nicht? Alle anderen Kinder aus meinem Rückbildungskurs nehmen den schließlich auch, da muss das doch möglich sein, dass sie ihn auch super findet. Auch hier zwinge ich ihr das Teil nicht auf. Abends zum einschlafen kaut sie gern darauf rum und spuckt ihn dann aus, bevor sie richtig tief wegschlummert. Aber tagsüber hat das Teil einfach keinen Wert für uns.

  5. Ich mache kein Mutter-Kind-Yoga, Pekip, Delfi, Babyschwimmen oder besuche eine Krabbelgruppe. Wir sind lieber draußen, spazieren oder sind im Garten, treffen uns mit Freunden und genießen einfach die Zeit als Familie. Sorry, wenn ich bei euren ganzen trendigen Kursen, die man als Mama unbedingt besucht haben muss, nicht mitmache.

  6. Ich genieße die Momente, in denen ich einfach nur mal für mich sein kann. Allein in der Badewanne und der Papa kümmert sich um die Prinzessin oder mal bei einem Eis mit einer Freundin. Natürlich bin ich Vollblutmama und liebe meine Tochter über alles, doch ich bin eben nicht nur Mama.

  7. Ich besitze keine Mami-Superkräfte. Klar, mit einem Neugeborenen zu Hause bekommt Multitasking gleich eine ganz andere Dimension, denn ich habe gelernt alles irgendwie gleichzeitig zu machen. Doch wenn ich es leider nicht hinbekomme jeden Tag durchzusaugen, das Kind zu bespaßen, einzukaufen, zu kochen und die Wäsche zu machen, kann ich mich eben auch nicht zerteilen. Dann bleibt es halt liegen, davon geht die Welt auch nicht unter.

  8. Ich bin leider nicht Heidi Klum, die nach drei Wochen mit 6 Personal Coaches, Tages- und Nachtnannys und vermutlich einem guten Chirurgen gleich wieder mit ihrem Size Zero Body für Victoria’s Secret auf dem Laufsteg steht. Wenn ich länger brauche, um wieder so auszusehen, wie ich mir das vorstelle, nehme ich mir einfach die Zeit. Fertig aus.

All das macht mich ganz sicher in den Augen anderer zu einer Rabenmutter. Ich werde immer mit Leuten konfrontiert sein, die dieses oder jenes doof finden, so wie ich es mache. In den letzten Wochen und Monaten habe ich allerdings gelernt, sehr genau zu filtern, was nützliche Hinweise und Tipps sind und wer mich einfach nur unter Druck setzten will. Und genau das lasse ich nicht mehr zu. Ich mache mich sonst nur verrückt, hetze einem Ideal der perfekten Mutter hinterher, die ich sowieso nie sein kann. Genau das empfehle ich jeder Mami eines Neugeborenen. Vertraut auf euren Instinkt, überhäuft eure Kinder mit Liebe und erzieht sie so, wie ihr es für richtig haltet. Sucht euch Unterstützung, wenn ihr sie braucht, von Menschen, die euch in allen Dingen zu Seite stehen. Bei allen anderen Ratschlägen, schaltet besser auf Durchzug! Eine Rabenmutter seid ihr dennoch nicht!

Alles Liebe

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